Papiergeräusch — Vom Lesen und Schreiben

Wie ich zu Büchern fand

Wenn es euch wie mir geht, dann habt ihr auch eine Geschichte. Eine Geschichte, wie ihr zu Büchern fandet und wie sie euch begeistert haben. Meine begann vor etwa 20 Jahren mit einem wundervollen Mann, der mir bis heute Vorbild ist.

Ich erinnere mich bis heute an den runden Tisch, den er gebaut hatte. Ein großer Tisch, mit einer drehbaren Scheibe darauf, wie man ihn aus manch einem China-Restaurant kennt.

An diesem Tisch saß er, mein Opa, wenn ich mich nicht irre, täglich.

Mein Opa las viel. Und mit viel meine ich wirklich viel. Häufig verbrachte er seine Vormittage damit, an diesem Tisch zu sitzen, manchmal mit einigen Scheiben eines gerade geschnittenen Apfels, und las eine Seite nach der anderen. Wenn ich da war, legte er die Bücher beiseite und konzentrierte sich auf mich. Aber jedesmal wenn wir spontan vorbeifuhren, fanden wir ihn so vor.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin mir nicht komplett sicher, was er alles las. Weniger Romane, mehr Sachbücher vermutlich.

Es war mein Opa, der uns immer wieder Bücher schenkte. Mein Opa, der mich auf den Gedanken brachte von meinem Geburtstagsgeld Bücher zu kaufen. Bücher…wie wundervoll.

Meine erste Bibel

Durch meinen Opa bekam ich auch meine erste Bibel. Wenn ich mich richtig erinnere, berat er meine Mutter bei der Wahl dieses Weihnachtsgeschenks und steuerte etwas zu den Kosten bei. Eine Luther-Übersetzung mit, seien wir ehrlich, einem recht weit entfernten Deutsch. Bis heute wundere ich mich, dass ich als damals 10-jähriger intensiv darin las.

Die Bibel sieht so schön klassisch aus. Goldrand, eine schwarze Lederummantelung. Ergänzt um ein Register, das mein Opa händisch an die Seiten klebte. Damit ich mich in den hunderten Seiten besser zurechtfinden konnte.

Bis heute steht die Bibel bei mir, mittlerweile nur sehr selten im Gebrauch. Irgendwann fing ich an die Elberfelder-Übersetzung vorzuziehen.

Leseleben

Für meinen Opa war Lesen so tieffest in seinem Leben und Alltag verankert, dass es auch bald für mich das wurde: Alltäglich, allgegenwärtig. Ich erinnere mich bis heute daran, wie er sagte, dass ich es genießen sollte in so jungem Alter zu lesen. Er vergäße viel mehr als damals, wenn er etwas lesen würde.

Während andere mit Freunden unterwegs waren, vielleicht feierten, las ich, testete kostenlose Bibliothekssoftware für meine wachsende Sammlung, passte auf bloß nicht die Leihfristen für die Bücher aus der Stadtbibliothek zu überziehen. Auch wenn es mal intensivere und dann wieder weniger intensivere Lesezeiten hab: Bücher, ausgedruckte Papiere oder ähnliches waren immer irgendwo in meiner Nähe zu finden.

Ich weiß nicht wie mein Leben ohne Bücher gewesen wäre. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Und ich bin dankbar, es nie erfahren zu müssen.

Ich würde mich freuen von dir und deinem Weg zum Lesen zu… lesen. Hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag!

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